Weissrussland – Belarus

 

Im Folgenden findest du auf dieser Seite Auszüge aus den Reiseführern „Weißrussland – Aktuell“ und „Weissrussland – Belarus“ der Serie „Backstage-Reisen“  von © Patrik Ehnsperg. 

Der neue, aktualisierte Reiseführer von Ehnsperg mit aktuellen Infos, Hintergründen, Orten und Plätzen in Weißrussland sowie zu den verschiedenen Verkehrsmitteln im Land.

 

Facebookseite: https://www.facebook.com/Wei%C3%9Frussland-Belarus-%D0%91%D0%B5%D0%BB%D0%B0%D1%80%D1%83%D1%81%D1%8C-104831030904195/?modal=admin_todo_tour

Weißrussland  ist ein osteuropäisches Land, das an Polen, die Ukraine, Russland, Lettland und Litauen grenzt und dessen Hauptstadt Minsk ist. Bei der Auflösung der Sowjetunion 1991 wurde die ehemalige Sowjetrepublik unabhängig. 1994 wurde Aljaksandr Lukaschenko  Präsident, der das Land autoritär regiert. Westliche Kritiker bezeichnen das Land vielleicht zu Unrecht als „letzte Diktatur Europas“.

Der Name Belarus ist seit dem Mittelalter überliefert. Die deutsche Bezeichnung von Belarus als „Weiße Rus“ ist eher ungenau.  Rus war der slawische Name für skandinavisch-slawisch Herrschafts- gebiete wie das der Kiewer-Rus, zu dem das Gebiet von der Gründung an gehörte. Bely bedeutete im Mittelalter „westlich“ und/oder „nördlich“, Belarus ist demnach mit „Westliche Rus“ zu übersetzen.

Geschichte

1386 wurde Weißrussland als Teil Litauens Bestandteil des Doppelstaats Polen-Litauen, bei dem es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verblieb.

 Im Sommer 1941 wurde ganz Weißrussland von der deutschen Wehrmacht überfallen und erobert.

 Die deutsche Besatzung richtete gewaltige Zerstörungen an und ermordete ca. 25 % der Bevölkerung, darunter fast die gesamte jüdische Bevölkerung des Landes. Weißrussland war von 1941 an  ein Hauptgebiet des sowjetischen Partisanenkampfes gegen die deutschen Besatzer. Während der deutschen Besatzungszeit wurde in Weißrussland der Weißruthenische Zentralrat installiert, eine Marionettenregierung.  Dieser „Staat“ verschwand nach dem Rückzug der deutschen Ostfront 1944. Von Ende 1943 an wurde das Land von der Roten Armee erobert und galt im Sommer 1944 als vollständig von der deutschen Besatzung befreit.

Seit Ende 1991 ist das Land ein eigenständiger Staat.

1991 bis 1994 wurde es von Stanislau Schuschkewitsch regiert. Er wurde von  Alejaksandr Lukaschenko abgelöst, der bis heute regiert und große Macht auf sich vereint.

Heute bestätigt sich in einem Artikel die Entwicklung, die ich in diesem Buch 2 Jahre zuvor prophezeit habe.

https://www.dekoder.org/de/article/belarus-annaeherung-union-eingliederung

Parlamentswahlen in Weißrussland

nach spezieller Rezeptur.

.Minhttps://www.derstandard.at/story/2000111116930/praesident-lukaschenko-laesst-sich-ein-neues-parlament-bestellensk – Мiнск

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Die 1067 erstmals erwähnte Hauptstadt Weißrusslands mir einer heutigen Bevölkerungszahl von 1,9 Mill. Einwohneren steht in strahlendem historischem, aber auch durch geschmackvolle moderne Bauten ergänztem, stilvollen Gesicht da.

Mit einer schönen, ( nach der fast völligen Verwüstung durch die Nazis im 2. Weltkrieg) zum Teil wiederaufgebauten, übersichtlichen Altstadt und den glanzvollen Prunkbauten und Boulevards der Stalinära bietet die Innenstadt dem Besucher ein elegantes Flair.

Zahlreiche gepflegte Parks und Grünanlagen zeichnen ein harmonisches Stadtbild.

 

 

Heiliger Geist Kathedrale Minsk.    Das „Altstädter Rathaus“

 

 

„Lenin Prospekt“ im Zentrum von Minsk

 

Das Minsker Tor.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptbahnhofes bildet ein noch vollständiges  Ensemble, welches zwischen 1948-1956 gebildet wurde, einen guten Eindruck über das Minsk der Sowjetzeit.

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In einem der  beiden Türme befindet sich die größte Uhr  der Republik.! Der Durchmesser des Zifferblattes beträgt mehr als 3,5 Meter. Diese Uhr wurden vor über hundert Jahren  in Deutschland erzeugt und kam als Kriegsbeute nach dem sogenannten „Großen Vaterländischen Krieg“ nach 1945 nach Weißrussland. Auf dem anderen Turm befindet sich  das Emblem der ehemaligen „Belorussischen SSR“.

 

 

Stilvolle Restaurants und Gastgärten zu Wasser oder am Ufer des Flusses Swislatsch

 

 

Das architektonisch eindrucksvolle Nationalmuseum in Minsk beherbergt vor allem zahlreiche Gemälde aus der Sowjetzeit.

Der neue Hauptbahnhof “Passaschyrski” befindet sich im Zentrum von  Minsk, gegenüber dem „Minsker Tor“. Von hier gibt es direkte Verbindungen nach Moskau oder in westliche Hauptstädte. Die Bahnen in Weißrussland sind sehr sauber, pünktlich und auf gutem westlichem Niveau. Unter dem Bahnhof verkehrt die Minsker Metro.

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Futuristische Metrostation

 

 

 

Das Eisenbahnnetz im Land ist gut ausgebaut, auf den Hauptstrecken elektrisch betrieben und für höhere Geschwindig- keiten tauglich. Zahlreiche Neben,- und Stichbahnen durchziehen das ganze Land und sind meist auf Dieselbetrieb ausgerichtet, aber wegen der unverschweißten Schienen oft nur mit geringer Geschwindigkeit unterwegs.

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(Bild oben und Text unten: Ausschnitte aus der Fachzeitschrift „Eisenbahn-Revue 2/2018)

Neue Treibwagen von Stadler in Belarus unterwegs und gleich die ganze Fabrik zur Fertigung dazu!

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Weißrussische Architektur

Die weiträumigen Zerstörungen durch den deutschen Vernichtungswahn während des 2. Weltkrieges  und die nachfolgenden Gegenangriffe durch die rote Armee hinterließen im gesamten Land  verwüstete und niedergebrannte Städte und Dörfer  wie in kaum einem anderen Land Europas.  Deshalb sind historische Bauwerke oder gar ganze Altstadtensembles eine Seltenheit in Weißrussland.

 

 

Heute zieren monumentale, durchaus imposante Prachtbauten aus der Stalinära, im sogenannten Zuckerbäckerstil, welche jedoch nur für eine privilegierte Minderheit zugänglich waren, die größeren Stadtzentren. Während die  große Masse der Arbeiter nur in winzigen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht wurde.  Typisch für die Stalinzeit waren erzwungene Wohngemeinschaften. Die nach der Oktoberrevolution eingeführte Wohnungspolitik zielte auf eine Auflösung der Familie. Etagenwohnungen mehrerer Familien wurden mit gemeinsamer Küche und kollektiven Sanitäranlagen ausgestattet – eine Weiterentwicklung der sogenannten „Kommunalka“, der Gemeinschaftswohnung aus dem 19. Jahrhundert. Hierzu ließen die Stadtsowjets auch bürgerliche Wohnhäuser aus vorrevolutionärer Zeit umwandeln. Wegen Überbelegung und dem unterschiedlichen Bildungsgrad der Bewohner kam es aber oft zu Konflikten. Die Abwesenheit von Privatheit und der Überwachungsapparat, der Denunziation förderte, gehörten zum Leben der städtischen Bevölkerung. Wer nicht in einer Baracke oder Hütte leben musste, war aber  froh, in der Stadt einen beheizten Raum mit fließendem Wasser zu bewohnen.

 

 

Typisch modern sozialistisches Stadtzentrum (Babruisk).  Traditionen werden in Weißrussland hochgehalten. Provinzparlament mit Wladimir Iljitsch (Lenin) Uljanow.

Wladimir Iljitsch (Lenin) Uljanow. 1870-1924

Lenin war   eine wesentliche Leitfigur des weltweiten Kommunismus. Russisch kommunistischer Politiker, Revolutionär  sowie marxistischer Theoretiker. Später Vorsitzender der Bolschewiken – Partei und der aus ihr entstandenen kommunistischen Partei Russlands  (1912–1924). Lenin wurde Regierungschef der Russischen SFSR  (1917–1924) und danach der Sowjetunion 1922–1924 (Union der vereinigten Sowjetrepubliken UdSSR), als deren Begründer er auch gilt.

 

 

Universitätsgebäude in Bobruisk. Altstadtensemble mit dem Symbol der Stadt Bobruisk (zu deutsch Biberstadt) – und dem Autor.

 

 

Dörfliche Romantik und realsozialistische Wohnblöcke im Hintergrund sind keine Seltenheit. 

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Dem neuzeitlichen Komfort wird hier der Vorrang gegeben, gegenüber  dem romantischen Ambiente traditioneller Strukturen.

 

 

 

Historische Bibliothek in Bobruisk in welcher Nachfahren von Alexander Puschkin beheimatet waren. Russisch orthodoxe Kirchen prägen zu 80% das kirchliche Erscheinungsbild Weißrusslands. 

 

 

Typisch für Kleinstädte und ländliche Regionen. Straßenmärkte mit Blumen und Gemüse aus den kleinen Vorgärten der Bewohner

 

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Hunde und Kätzchen aus eigner Zucht. In Wahrheit gibt es an jeder Straßenecker streunende oder freigesetzte Haustiere. Die Weißrussen sind jedoch ein tierliebendes Volk und Haustiere sind populär. 

 

Wirtschaft

Die weißrussische Wirtschaft  wurde in vielen Bereichen noch  nicht in eine Marktwirtschaft umgewandelt, da eine sozialistische Planwirtschaft von der Regierung noch bevorzugt wird. Aufgrund  guter Wirtschaftsbeziehungen zu Russland (starker Export, verbilligter Rohstoffimport ) war die wirtschaftliche Situation bislang relativ stabil. Industrie und Landwirtschaft sind größtenteils noch  in Staatshand. Die Anhebung der Rohölpreise durch Russland brachte die durch die bisherige Vorzugsbehandlung bei den Rohstoffpreisen subventionierte Wirtschaft aber in Schwierigkeiten.

Die Landwirtschaft, auf die noch immerhin 15 % der Beschäftigung entfällt, wird durch Kollektivierung mit zwei Hauptzweigen beherrscht: den Anbau von Kartoffeln und die Viehzucht .

Historisch gesehen waren wichtige Industriezweige die Textilindustrie und die Holzverarbeitung. Seit den 70er Jahren wurde der Maschinenbau (z.B. Traktoren oder Kühlschränke ) ausgebaut. Innerhalb der Sowjetunion gehörte Weißrussland damals zu den am weitesten entwickelten Teilrepubliken. Wirtschaftlich engagiert sich Weißrussland neben der GUS in der Eurasischen Wirtschaftsunion.

2006 musste für 2,5 Milliarden US-Dollar ein 50-Prozent-Anteil an dem weißrussischen Energie- und Gasunternehmen Beltrangaz an die russische Gazprom abgegeben werden.  Der Umbau von Planwirtschaft zu Marktwirtschaft und dazu gehörige Privatisierungen gehen erfahrungsgemäß kaum reibungslos über die Bühne. Veraltete und  nicht mehr konkurrenzfähige Industrie und Produktionsanlagen sind entweder nur mit großen Verlusten am Leben zu erhalten  oder stillzulegen, womit die im Lande noch herrschende Vollbeschäftigung in Gefahr kommt. .Seit einigen Jahren befindet sich Weißrussland daher in einer der stärksten Finanzkrisen seit der Unabhängigkeit. Weißrussland besitzt die höchste Inflationsrate Europas. Anfang 2016 waren für 1,-  Euro immerhin schon 22.200,- (!) weißrussische Rubel zu bezahlen.  Mitte 2106 wurden neue Rubelscheine in Umlauf gebracht und 3 Nullen gestrichen. 1 Euro war nun gleich 2,20 Rubel. Man wird sehen für  wie lange die Kur anhält, bisher zeigt sich der Kurs stabil. Warum sind aber die Löhne so niedrig und die Preise nich in gleichem Ausmaß? In Weißrussland herrscht nach wie vor ein kommunistisches System. In einem kommunistischen System muss es Vollbeschäftigung geben. Das heißt jeder Mensch bekommt einen Arbeitsplatz unabhängig von seiner Ausbildung und seiner Qualifizierung. Wie man es ganz deutlich sieht, arbeiten Betriebe in diesem Land nicht nach Effizienz und Kriterien der Produktivitätssteigerung sondern danach, die staatlich vorgegebenen Bedingungen zu erfüllen und in seinem Betrieb auch so viel als möglich Arbeitskräfte einzustellen. Mit diesem System bekämpft mman zwar erfolgreich Arbeitslosigkeit, aber es ist nicht möglich gegenüber westlicher Effizienz zu konkurrieren. Das heißt, die Produkte aus Weißrussland werden mit wesentlich höherem Aufwand produziert als es nötig wäre um möglichst viele Menschen damit zu beschäftigen. Was wiederum bedeutet dass man diese Produkte im Ausland nicht verkaufen kann da sie zu teuer hergestellt werden. Das bedeutet wiederum, dass man viele Produkte aus dem Ausland importieren muss welche das Kriterium Preis und Qualität erfüllen, dadurch verliert das Land aber viele die Devisen und die Handelsbilanz kann nicht ausgeglichen werden. Um den Menschen in Weißrussland bei gleichbeibendem System höhere Löhne zu bezahlen müsste mehr Geld gedruckt werden ,was wiederum nur zu einer hohen Inflation führen würde wie es vor Jahren bereits gewesen ist. Diesen Kreislauf kann man nur unterbrechen indem man z.b. wie in China behutsam und langfristig von kommunistischer auf marktwirtschaftliche Kriterien umstellt, indem z:B. Sonderwirtschaftszonen paralell zum System nach marktwirtschaftlichen Kriterien etabliert würden.

 

 

Eines,  der zahlreichen unrentabel gewordenen und stillgelegten Industriekonglomerate. Der Umbau von Plan – zur Marktwirtschaft ist holprig.

Naturparadies Weißrussland

 

Das Leben außerhalb der Städte ist von hartem Alltag für die Bewohner geprägt. Zum Ausgleich für westliches Profitstreben auf jedem Zentimeter Land ist ihnen jedoch noch viel an Naturlandschaften erhalten geblieben, die in westeuropäischen Dörfern seit langem verschwunden sind.

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Gänse, Ziegen, Hühner sowie der Anbau von eigenem Obst und Gemüse rund ums Haus erleichtern das Überleben der Dorfbewohner und lassen der Natur ihren Raum.

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Reste zaristischer Verteidigungsanlagen der napoleonischen Kriege außerhalb von Bobruisk.

Weißrussisches Seenparadies

Weißrussland ist ein Land der Seen, vorallem nördlich der Hauptstadt. Aber auch die zahlreichen unregulierten und naturbelassenen Flüsse sind reich an Lebewesen und bieten im Sommer angenehme Erfrischung.

Schlösser Weißrusslands

 

Südwestlich der Hauptstadt Minsk befinden sich mehrere historisch bemerkenswerte Schlösser, einige sind UNESCO – Weltkulturerbe.

Allgemeines Wissen über Weißrussland.

Die Republik Belarus bildet nimmt eine Fläche von 207.600 Quadratkilometern ein, die von rund 10 Millionen Menschen aus verschiedenen Nationalitäten bevölkert wird. Im Vergleich – Österreich hat  83.879 Quadratkilometer und 8,7 Mio. Ew. Also fast dieselbe Einwohnerzahl auf beinahe 3 mal so großer Fläche.

Betrachtet man das Land aus der Luft so wird man in der überwiegend waldreichen Landschaft blau strahlende Punkte durch das Grün leuchten sehen. Das sind die nicht weniger als 11.000 Seen. besonders viele von ihnen auf  der weißrussischen Seenplatte im Norden des Landes. Im Süden dehnen sich die riesigen Sümpfe von Palesse aus. Die Flüsse Dwina und Njoman münden in die Ostsee, Pripjat und Dnepr ins Schwarze Meer. Belarus ist reich an Naturressourcen und Bodenschätzen, große Teile des Landes werden landwirtschaftlich genutzt. Die ausgedehnten Waldgebiete haben eine hohe Bedeutung für den globalen Klimaschutz. Das Wetter ist mild und eher feucht.

Die jüngere Vergangenheit des Landes ist geprägt von Kriegen, politischen Veränderungen und Umweltproblemen. In den Kriegsjahren 1941 – 1945 kam in Belarus jeder vierte Bewohner ums Leben. 209 belarussische Städte, darunter auch Minsk, und 9200 Dörfer und Siedlungen wurden in Schutt und Asche gelegt. Nicht weniger als 20 Jahre – von 1950 bis 1970 – dauerte es, das Land in seinen Grundfesten wiederaufzubauen und Industrie und Landwirtschaft zu tragfähigen Säulen zu entwickeln. Nach dem Zerfall  der Union sozialistischer Sowjetrepubliken, der  Sowjetunion gab sich die Republik Belarus im Jahre 1994 ihre Verfassung als sozialer, souveräner  Rechtsstaat.

An und Einreise nach Weißrussland

 

Visum: Es ist heute problemlos möglich auf allen Verkehrswegen in das Land einzureisen. Wer per Flugzeug anreist kann sich bis zu einer Auffenthaltsdauer von einigen Tagen (Aktuell immer auf Seiten des Belarus-Konsulates abzufragen)  ein Einreisevisum um mindestens 70,- Euro (2019) ersparen. Für die Einreise auf dem Landweg ist nach wie vor ein Visum des heimischen Konsulates nötig! Wer länger als 5 Tage im Land ist muss sich persönlich oder im Net (komplizierte Prozedur) bei der weißrusssischen Polizei registrieren, ansonsten fällt bei der Ausreise hohe Strafe an. Hotels erledigen die Registrierung auf Anfrage. Aktuelles dazu immer auf den Konsulatsseiten nachlesen.

Flug: Der internationale Flughafen in Minsk bietet komfortable Direktflüge nach Berlin, Wien, Moskau, Kiew sowie zahlreiche andere westliche und östliche Städte an. Die preislich günstigeren Angebote sind mit einem Umsteigen zumeist  in Warschau oder Kiew verbunden. Dennoch werden Flüge nach Minsk von Diskont – Ailines wie Wizz-Air oder Ryanair nicht bedient und sind daher immer noch teurer als in vergleichbare Städte. Eine günstigere Alternative sind Flüge nach Vilnius und von dort per Zug in 2 Stunden nach Minsk.

Bahn: Am Kommunismus mag vieles auszusetzen sein. Der öffentliche Verkehr in diesem postsowjetischen Land funktioniert jedenfalls nur deshalb von allen ehemaligen Ostblockstaaten am besten, gerade weil die kommunistisch-staatlichen Strukturen aufrecht erhalten und nicht zerstört wurden. Den besten Vergleich liefert vieleicht Armenien. Während in der Udssr die armenische Bahn gute Verbindnungen in alle Nachbarrepubliken hatte,  und ein gutes Bahn- und Busnetz im Landesinneren, ist davon  heute nichts übrig. Vom völlig verwaisten Hauptbahnhof in Jerewan fährt nicht einmal mehr 1 Zug pro Tag nach Georgien ab. Die Fahrkartenschalter sind ausgeräumt, Auskünfte nicht zu erhalten. Die Bahn in Belarus dagegen ist preisgünstig, pünktlich, extrem sauber und funktioniert perfekt. Dazu sind 90% (!!) des Güterverkehrs auf der Schiene. Davon kann man in Westeuropa nicht einmal mehr träumen. In vielen anderen Bereichen ist das Land natürlich entfernt von solchen Idealen.

Achtung: Schnellzugkarten an besten 1 Tag vorher kaufen, oft sind die Züge ausgebucht. Mehr dazu beim Thema „Verkehr“.

International gibt es nicht nur zu oberhalb genannten Städten sondern auch zu mehreren anderen direkte Bahnverbindungen mit Tag und Nachtverkehr. Ein Problem ist es, aktuelle Fahrpläne (z.B. ab Warschau) in Richtung Weißrussland  im Net anzufinden und erst recht Tickets zu buchen. Ab Deutschland gibt es Verbindungen nach Moskau über Minsk. Betreiber muss aber nicht die DB. sein und daher muss man einiges durchfiltern bis man auf Tickets im Net stößt. Die Liege,- oder Schlafwagen sind durchwegs neuerer Bauart, sauber bequem und sicher.  Da die russische Breitspur nicht mit der westeuropäischen Normalspur kompatibel ist, müssen alle Waggons an den Grenzübergängen zu Polen (Brest) umgespurt werden. Das heißt,  die Züge werden zerlegt und Waggon für Waggon wird auf einer Hebebühne ein Tausch der Drehgestelle (Achsen) vorgenommen. Diese durchaus spannenden, lautstarken und sehenswerten Arbeiten kann man im Waggon sitzend, oder von  außerhalb beobachten. Die eingespielten Teams benötigen für diese schwierigen Arbeiten erstaunlich kurze Zeit. Die anschließend durchgeführten Grenz,- und Passkontrollen, zum Beispiel im Grenzbahnhof Brest, erinnern einen an längst vergessene James Bond Filme aus alten Zeiten. Ein Abenteuer dass man jedenfalls nicht versäumen sollte.

Fortbewegung in Weißrussland

Sofern man nicht mit dem eigenen PKW unterwegs ist kann man problemlos und bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im ganzen Land reisen. Die meisten Fahrpläne dazu findet man im Internet auch in englischer Sprache. Die Fahrpreise sind günstig und man ist pünktlich unterwegs. Der Großteil der öffentlichen Verkehrsmitteln, sei es Eisenbahn oder Autobus ist, im Vergleich zu vielen Ost,- oder südeuropäischen Ländern, in erstaunlich gutem Zustand. Wenn es möglich ist, sollte man jedoch beim Kauf der Tickets einen sprachlich kundigen Menschen hinzuziehen, da sowohl unter dem Transportpersonal als auch unter dem Fahrgästen nur im Glücksfall eine englisch oder deutsch sprechende Person zu finden sein wird, was die Sache etwas schwierig macht. Zudem ist das Personal, wie in vielen postsowjetischen Ländern, an den Ticketschaltern oft mürrisch und wenig Kunden orientiert.

Einkaufen im Land und die Preise

 

Weißrussland ist nicht als Einkaufsparadies bekannt, und das wird sich auch in nächster Zeit kaum ändern. Zuerst muss gesagt werden, dass sich, wie bei vielem anderen, auch hier  die Unterschiede von Warenangebot und Qualität  zwischen der Hauptstadt einerseits, und den ländlichen Regionen andererseits, oft deutlich widerspiegeln .

Während man sich in Minsk nicht nur durch den  Flair und die großzügige  Architektur bald  in eine westliche Stadt und ihre  Freizügigkeit versetzt fühlt, so ist es auch die Ähnlichkeit an Auswahl und Güte der Waren, egal ob Lebensmittel oder Gebrauchsgüter, die dieses Gefühl vermittelt.

In mittleren Städten ist noch ein Teil davon, wenn auch etwas umständlich, zu verspüren.  Am Land jedoch holt einen nicht nur die Tristesse schäbiger Plattenbausiedlungen, desolate Infrastruktur oder das Fehlen jeglicher Freizeitangebote schnell ein, sondern vor allem auch das mehr als dürftige Warenangebot, in nur wenigen, kleinen Geschäften.

Durch eine permanente Devisenknappheit einerseits, resultierend aus mangelnder Exportkapazität (es werden im Land nur wenige qualitativ derart hochwertige  Produkte erzeugt, die am freien Markt westlicher Länder handelbar wären, (die Ausnahme bilden Traktoren und einige landwirtschaftliche Produkte), und durch westliche Handelssanktionen aufgrund politischer Entscheidungen andererseits, ergibt sich eine dadurch fast monopolistische Dominanz entweder russischer Produkte, oder Waren aus sowjetischen Nachfolgestaaten (GUS usw.). Diese aber sind  von nicht gerade herausragender Qualität und das Warenangebot ist vor allem außerhalb der Hauptstadt noch dazu oft dürftig und farblos. Je kleiner die Städte und Dörfer, desto geringer ist auch die Auswahl .

Leben in und mit der Planwirtschaft

 

Die Situation in Weißrussland erfordert auf jeden Fall eine ambivalente Betrachtungsweise. Auf der einen Seite sind Vollbeschäftigung, Sicherheit, Stabilität, ein funktionierendes Gesundheitssystem, gute Ausbildungsmöglichkeiten und Universitäten, sowie eine, wenn auch auf niedrigem Niveau, gesicherte Grundversorgung, als positiv hervorzuheben.

Ähnlich wie bei uns in den sechziger und siebziger Jahren, hält die weißrussische Politik aber noch strikt daran fest, dass Alles und Jeder vom Staat zu verwalten, vorzuplanen und zu kontrollieren ist. Eigeninitiative ist kaum erwünscht, Kreativität ist nicht gefragt und findet in diesem System wenig Spielraum.

Vollbeschäftigung, das heißt Arbeitsplätze für Alle, ob motiviert  und fleißig oder nicht, bringen zwangsläufig eine niedrigere Produktivität, und damit verbunden eine entsprechend geringere Konkurrenzfähigkeit in Preis und Qualität, gegenüber in westlicher Marktwirtschaft erzeugter Waren, mit sich. Wenn in einer Firma oder Fabrik einhundert Leute Beschäftigung finden und die gleiche Menge an Produkten herstellt, wie fünfzig oder sechzig Beschäftigte im Westen, aber oft noch dazu in mangelnder Qualität, so ist es natürlich unmöglich, dass diese Hundert am Ende des Monats mit dem gleichen Salär die Fabrik verlassen, als jene fünfzig oder sechzig dies im Westen tun. Noch dazu ist Weißrussland ein Staat, in dem große Teile der vorhandenen staatlichen Gelder  für Bürokratie, Kontrolle, Militär und andere unproduktive Bereiche verwendet werden. Damit werden zusätzlich noch hohe personelle Ressourcen gebunden die mitfinanziert werden müssen.

Das waren einige Auszüge aus unserem Buch. Mehr dazu – mit zahlreichen Bildern, Informationen über Land und Leute, zur Anreise per Bus oder Marschrutka, zu den Einreisebstimmungen, und zu günstigen Übernachtungstipps, den Preisen und Hintergründen findest du im  Reiseführer „Weissrussland-Belarus“ der Serie „Backstage-Reisen“  von © Patrik Ehnsperg.  Erhältlich im Internet auf http://www.amazon.de 

Am 12. November 2019 ist Weißrusslands Päsident Alexander Lukaschenko zu Gast bei Bundespräsident Alexander van der Bellen in der Wiener Hofburg.

Seit 2016 der erste Besuch in einem EU-Land.

https://www.derstandard.at/story/2000110960957/weissrussischer-praesident-lukaschenko-besucht-wien

Auf Facebook:

https://www.facebook.com/Wei%C3%9Frussland-Belarus-%D0%91%D0%B5%D0%BB%D0%B0%D1%80%D1%83%D1%81%D1%8C-104831030904195/?modal=admin_todo_tour


Reisebericht – Vortrag – Länderpräsentation

„Zeitreise Weißrussland“.

Ländervorstellung und Fotoreportage.

7. Februar 2020 um 18hoo

Schloß Freiberg, 8200  Ludersdorf

Eintritt frei.

Näheres unter:

http://www.fokusfreiberg.at/weissrussland.htm

https://www.facebook.com/events/175066296888876/

 

Eine Wiederholung des Abends gibt es am 6.März 2020 um 19hoo in der TU – Graz. Eine Veranstaltung der URANIA.

Näheres: https://www.urania.at/index.php?id=3&kathaupt=11&knr=Y0105&kursname=Weissrussland&katid=36

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